Philipp Neri e.V. zieht Bilanz

"Seid Ihr zufrieden...?"
Diese Frage haben wir in den letzten Tage des öfteren gehört. Werner Hüppe, Vorstandsvorsitzender von Philipp Neri e.V., schmunzelt ein wenig. "Wir haben sechs Projekte ins Leben gerufen und sind im Schnitt aller Aktiven unseres Vereins täglich über 12 Stunden im Einsatz. Das sollte uns doch eigentlich zufrieden stimmen."

In der Tat: insbesondere die Entwicklungen des vergangenen Jahres zeigen auf, wie vielfältig und verlässlich sich die Jugendarbeit des Vereins darstellt . Das vergangene Jahr steht dabei beispielhaft für die Entwicklung, die der Verein in den letztn 5 Jahren genommen hat.

Eine kleine Bilanz des letzten Jahres: 6 starke Projekte unter einem Dach

Seit April unterstützen 11 neue Trainer und Trainerinnen das MOK-Team. Gemeinsam begleiten die Trainer, auch mit einem pädagogischen Blick, Gruppen und Einzelne in ungeahnte Höhen. Das Angebot des Offenen Kletterns konnte ausgeweitet werden und so haben sich bei zahlreichen Einsätzen rund 700 Jugendliche in die Höhe gewagt. Im kommenden Jahr wird es wieder eine Trainerausbildung für ältere Jugendliche aber auch Erwachsene geben.

Zu den Gruppen, die den MOK beklettern gehören auch die Schulklassen des Hauptschule Kirchhellen. In enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung und den Lehrern erproben die Schüler und Schülerinnen beim Sozial-Training ihre sozialen Fähigkeiten in der Klasse. Beim jährlichen Berufsorientierungscamp hingegen stellen die Mitarbeiter des Vereins ganz bewusst die Frage nach der Zukunft der Jugendlichen. „Viele Jugendliche brauchen Zuspruch und das Zutrauen in sich selbst, dass sie die Zukunft meistern werden. Egal, was da kommt oder wie es weiter geht. Und es ist schön, dass wir einen kleinen Beitrag dazu leisten" sagt Daniel Heinen, der unter anderem die Arbeit des Klettergerüst begleitet.

Für die Rockmusik ging es auf jeden Fall weiter. NuRock am Kloster ging in die fünfte Runde. Das große ehrenamtliche Engagement, die mittlerweile erworbene Routine, wohlwollende Kooperationspartner und ein motiviertes Team sind die Zutaten, die es den 800 Jugendlichen ermöglichen haben, einen reibungsloses Festival zu genießen. Trotz der großzügigen Unterstützung der Stadt Sparkasse Bottrop steht am Ende ein Minus in der Kasse des Vereins. „Aber das Plus für die Jugendlichen ist das, was zählt!" stellt Projektleiter Marco Willer zufrieden fest.

Neben der lauten Musik hält der Verein auch sein Ohr für die kleinen und zögerlichen Töne offen.
Das Team des Beratungsangebot „Philipp Neri hat Zeit" ist kostenlos und anonym für jeden und jede ansprechbar, um bei Fragen und Problemen zu unterstützen oder einfach nur zu zu hören. In regelmäßigen Abständen erscheint in der Mittendrin ein Artikel zu wichtigen Fragen der Erziehung von Kindern unter dem Leispruch "Jugendliche fallen nicht vom Himmel..."
Ebenso beständig bleibt das Angebot des Bewerbungstrainings. Immer wieder unterstützen wir Jugendliche durch eine fachlich versierte Betreuung auf ihrem Weg ins Berufsleben.

„Wenn ich für Jugendliche da sein will, dann muss ich auch da sein, wo Jugendliche sind." Seit einem Jahr sucht Matthias Hirt in seiner Arbeit für den Verein die Jugendlichen dort auf, wo sie ihre Freizeit verbringen. Das Projekt der „Aufsuchenden Arbeit" ist das personalintensivste Angebot des Vereins. Gerade wenn es heißt, wirklich da zu sein, wenn Jugendliche einen brauchen, ist es gut einen möglichst unverplanten Terminkalender zu haben. Aus den Kontakten auf der Straße und an der Jugendhütte erwachsen Beziehungen. Manchmal entstehen daraus auch Projekte, sowie wie der Sprayworkshop und aktuell das Schwarzlichttheater.

Gerade die breite Mischung dieser in sich sehr unterschiedlichen Projekte und Angebote ist es, so erleben wir es, die dann bei den Jugendlichen auch wirklich ankommt.

Neben der täglichen Projektarbeit gab es in 2009 ein Thema, das uns unter den Nägeln brannte und brennt: die Frage um die Umnutzung des Hofes Beckmann zu einer Offenen Tür für Jugendliche.

Unruhig und dankbar

"Es besteht kein Grund sich auszuruhen" so Werner Hüppe in der letzten Sitzung des Fachbeirates. "Wir werden auch die mittlerweile gut etablierten Projekte im kritischen Blick behalten: kommt unsere Arbeit bei den Jugendlichen an?" Diese Unruhe ist es wohl, die den Verein auch in Zukunft jung halten wird.

Bitte vergessen Sie nicht: für unsere Arbeit sind wir mehr denn je auf Spenden angewiesen. Neben der Kalenderaktion, die mit viel Engagement und Einsatz von ehrenamtlichen Helfern unterstütz wird, müssen für die Projekte und die qualifizierte hauptamtliche Arbeit weitere Spenden akquiriert werden. Allen Spendern, die uns in den letzten Jahren unterstützt haben, sie an dieser Stelle herzlichst gedankt!
So danken wir heute allen, die sich für Jugendliche engagieren. Ganz gleich, auf welche Art und Weise. Denn - wenn es etwas aus den Querelen um den Hof Beckmann zu lernen gibt - die Jugend braucht mehr denn je verlässliche Orte und Partner!

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